|
|
|
Das Niedrigenergiehaus, Das Passivhaus, Das Nullenergiehaus, Die Energieeinsparverordnung (EnEV), Das Holzhaus, Das Massivholzhaus, Werthaltigkeit, Allergieschutz, Feuchteregulierung, Ökologie, Klimaschutz, Elektrosmogabschirmung, Baurundholz
Das Niedrigenergiehaus
Das Niedrigenergiehaus ist mit der im Jahr 2002 in Kraft getretenen Energieeinsparverordnung zum Standard avanciert und verbraucht maximal sieben Liter Heizöl bzw. sieben Kubikmeter Ergas pro m2 Wohnfläche im Jahr. Der Jahresheizwärmebedarf darf die Grenze von 70 kWh/m2 nicht überschreiten. Der Heizenergieverbrauch von Niedrigenergiehäusern ist damit mindestens 30 % geringer als der von Wohnhäusern nach der novellierten Wärmeschutzverordnung von 1995. Niedrigenergiehäuser leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz: Rund ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland geht auf das Konto von Gebäuden. Durch die gute Wärmedämmung X des Baustoffs Holz (Holz ist ein schlechter Wärmeleiter) können Massivholzhäuser leicht die Anforderungen der Energiesparverordnung für ein Niedrigenergiehaus erfüllen.
Der Niedrigenergiehaus-Standard wird v. a. durch einen guten Wärmeschutz, durch eine möglichst kompakte Bauweise, durch Abdichtung der Außenbauteile gegen ein- und austretenden Luftzug (Luftdichtheit der Gebäudehülle) und durch eine effiziente Heizanlage erreicht. Durch Ausrichtung der Fenster nach Süden kann man die Sonnenenergie zur weiteren Energieeinsparung nutzen (passiv-solare Gewinne). Man sollte auf die Vermeidung von Wärmebrücken achten. Wärmebrücken sind Bereiche in Bauteilen eines Gebäudes, durch die die Wärme schneller nach außen transportiert wird als durch die angrenzenden Bauteile. In Niedrigenergiehäusern hat sich zudem eine kontrollierte Lüftung durchgesetzt (man sollte mindestens eine Abluftanlage einsetzen), um die Konzentration von Schadstoffen, Wasserdampf oder CO2 zu vermeiden. → nach oben
Das Passivhaus
Das Passivhaus ist eine Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses. Im Vergleich zum Niedrigenergiehaus benötigt es ca. 80 Prozent weniger Heizenergie und verbraucht nur maximal 1,5 Liter Heizöl bzw. 1,5 Kubikmeter Erdgas pro m2 Wohnfläche im Jahr. Die Räume werden mit Hilfe der Sonne, der Abwärme der Bewohner und der Wärmeabgabe von Geräten beheizt. Um die Sonnenenergie optimal auszunutzen, sind Passivhäuser nach Süden ausgerichtet und mit Drei-Scheiben-Wärmeschutzfenstern und gut wärmedämmenden Fensterrahmen ausgestattet. Durch eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung wird der Großteil der Wärme aus der Abluft der Frischluft wieder zugeführt. Der größte Teil der Wärme wird beim Passivhaus also „passiv“ gewonnen. Die Komfortlüftung sorgt auch für ein besonders angenehmes Raumklima mit wesentlich frischerer Raumluft. Als Zusatzelemente zur effizienten Nutzung der Sonne kann man auf den südorientierten Dachflächen Sonnenkollektoren für die Warmwasserbereitung oder Photovoltaikzellen zur Stromerzeugung anbringen.
Das Ziel des Passivhausstandards ist, die Wärmeverluste so weit zu minimieren dass die solaren und internen Wärmegewinne ausreichen, um das Gebäude mit einem minimalen Restwärmebedarf zu beheizen. Passivhäuser müssen deshalb eine sehr gute Wärmedämmung und Luftdichtheit und eine möglichst kompakte Bauweise aufweisen. → nach oben
Das Nullenergiehaus
Das Passivhaus kann durch zusätzliche Maßnahmen zu einem Nullenergiehaus erweitert werden. Ein Nullenergiehaus ist ein Haus, das sich selbst ohne externe Energiequellen völlig autark mit Energie versorgt. Nullenergiehaus bedeutet demnach nicht, dass das Haus keine Energie benötigt, sondern dass die Energieanlagen des Hauses ausreichen, um das Haus zu 100% mit Energie selbst zu versorgen. Die Energieautarkie bezieht sich hier nicht nur auf die Heizwärme, sondern auf alle Energieanwendungen im Gebäude: Auch die Warmwasserversorgung, die Ventilation und der Haushaltsstromverbrauch müssen daher autark sichergestellt werden. Die im Null-Energiehaus benötigte Energie für Heizung, Warmwasser usw. wird durch Solaranlagen und/oder durch Geothermie erreicht. Die Deckung des übrigen Energie- und Strombedarfs wird mit Hilfe von Photovoltaikanlagen am bzw. im Haus selbst erzeugt. → nach oben
Die Energieeinsparverordnung (EnEV)
Das Niedrigenergiehaus erfüllt standardmäßig die Anforderungen der EnEV. Die Energieeinsparverordnung (Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden) gilt seit 1. 2. 2002 und löst zwei bis dahin getrennte Verordnungen für energetische Mindeststandards ab:
Die Wärmeschutzverordnung (WSVO) aus dem Jahr 1995 und die Heizungsanlagenverordnung (HeizAnlV) in der letzten Fassung von 1998. Sie gibt Mindestanforderungen an die energetische Qualität von Neubauten und für die Modernisierung von Altbauten vor. So wird für neugebaute Häuser laut der Energieeinsparverordnung der Niedrigenergiehaus-Standard mit einem spezifischen Heizwärmebedarf zwischen 40 - 70 kWh/m²a gefordert. Bei Neubauten müssen die wichtigsten technischen Daten in einem Energiebedarfsausweis festgehalten werden, bei bestehenden Gebäuden muss nur in bestimmten Fällen ein Energiebedarfsausweis ausgestellt werden. → nach oben
Das Holzhaus
Der Begriff Holzhaus ist ein Sammelbegriff für alle Hauskonstruktionen, für die überwiegend Holz verwendet wird, z. B. Blockhäuser, Häuser in Skelettbauweise oder Häuser in Holzrahmenbauweise. Holz ist einer der ältesten Baustoffe der Menschheit. Vor allem in den USA, Kanada und den skandinavischen Ländern prägte der Holzhausbau seit jeher die Landschaft.
Aufgrund der guten Wärmedämmung des Baustoffs Holz (Holz ist ein schlechter Wärmeleiter) eignen sich Holzhäuser hervorragend für die Errichtung von Niedrigenergie- oder Passivhäusern. Holzhäuser lassen im Winter die Wärme im Haus und im Sommer die Hitze draußen. Neben effektivem Wärmeschutz und Energieeffizienz werden auch Begriffe wie ökologisches Bauen, Klimaschutz, gute Feuchteregulierung und gute Raumluftqualität unmittelbar mit dem Holzbau verbunden. → nach oben
Das Massivholzhaus
Beim Massivholzbau werden massive Holzbauelemente als Wand-, Dach- und Deckenelemente hergestellt. Die einzelnen Holzlagen können miteinander verleimt oder mit Holzdübeln oder Drahtstiften verbunden werden. Durch die großen, in der Regel vorgefertigten Wandelemente, die auf der Baustelle nur noch montiert werden müssen, werden kurze Bauzeiten erzielt und so die Kosten gesenkt.
Da der Baustoff Holz bereits eine Wärmedämmung darstellt (Holz ist ein schlechter Wärmeleiter) und deshalb weniger zusätzliche Dämmung erforderlich ist, eignet sich das Massivholzhaus besonders gut für den Bau von Niedrigenergie- und Passivhäusern. Außerdem sorgen die massiven Holzflächen dank ihrer angenehmen Oberflächentemperatur, ihrer warmen Farbe und ihrer Fähigkeit, Luftfeuchtigkeit zu regulieren für ein behagliches und gesundes Wohnklima. → nach oben
Werthaltigkeit
Massivholzhäuser sind eine wertvolle Investition in die Zukunft. Historische Bauernhäuser oder Fachwerkbauten legen Zeugnis darüber ab, dass der Baustoff Holz Jahrhunderte überdauern kann. Je länger die Lebensdauer eines Hauses ist, desto besser ist dies für den Werterhalt. Durch den hohen technischen Stand des Massivholzbaus werden hohe Lebenszeiten der Bauwerke garantiert. Dank seiner hervorragenden Dämmeigenschaften ist ein Massivholzhaus auch in Zeiten steigender Energiepreise zukunftssicher und unterhaltbar. Außerdem lassen sich Massivholzhäuser auch billiger, schneller und sauberer umbauen, ohne dass man Gebäudeteile bzw. Bauschutt als gebührenpflichtigen Sondermüll entsorgen muss. → nach oben
Allergieschutz
Durch die Verwendung von natürlichen, umweltgerechten und gesundheitsverträglichen Baustoffen trägt der Holzbau zu einem gesunden Wohnklima bei. Er sorgt dafür, dass Allergien deutlich verringert werden oder sogar völlig abklingen. Beim Holzbau werden viele Materialien, die Allergien auslösen können, durch ökologisch hergestellte Produkte (zum Beispiel aus Holfasern) ersetzt. Außerdem werden Holzhäuser trocken gebaut, dies trägt ebenfalls zur Verringerung von Allergien bei. → nach oben
Feuchteregulierung
Die verschiedenen Funktionsschichten der Dach- und Wandelemente und die Hausfassade schützen das Holzhaus von außen vor Regen und Nässe. Allerdings entsteht Feuchtigkeit auch in größeren Mengen im Inneren des Hauses, z. B. beim Kochen, Baden, Waschen, Duschen usw. Reichert sich mehr Feuchtigkeit an, als die Raumluft aufnehmen kann, kondensiert Wasser an den Bauteilen oder der Einrichtung. Gerade bei neueren, aus energetischen Gründen luftdichten Häusern muss unbedingt dafür gesorgt werden, dass diese Feuchte sich nicht in den Wänden festsetzten kann, um Bauschäden wie Schimmelbildung zu vermeiden. Besonders in der Heizperiode herrschen große Temperaturunterschiede zwischen Innen und Außen. Der in der Raumluft enthaltene Wasserdampf hat das Bestreben, von warm nach kalt, also von innen nach außen, zu wandern. Wenn die feuchtwarme Raumluft nicht entweichen kann, kondensiert sie an der Wand oder am Dach. Damit es nicht zu einer Durchfeuchtung der Wände kommen kann, müssen sie so konstruiert sein, dass sie diffusionsoffen sind, also der Wasserdampf durch die Baustoffe hindurch nach außen wandern kann. In modernen Holzhäusern mit diffusionsoffener Bauweise liegt die Holzfeuchte deutlich unter dem kritischen Wert von 20 Prozent. Holz hat die Fähigkeit, die Feuchtigkeit der Raumluft aufzunehmen und zu puffern. Bei zu trockener Raumluft wird die Feuchtigkeit langsam wieder abgegeben. → nach oben
Ökologie
Unter dem Begriff „Ökologie“ (von griechisch oikos = Haus, Haushaltung, lógos = Rede, Vernunft, Lehre) versteht man einerseits die Wissenschaft von den Wechselbeziehungen zwischen den Lebewesen und ihrer Umwelt (als Teilgebiet der Biologie), andererseits bezeichnet der Begriff Ökologie auch die Lehre vom Haushalt der Natur.
Seit Beginn des Umweltschutzes in den 60iger Jahren hat sich das Bewusstsein unserer Bevölkerung für die wachsenden Probleme unserer Umwelt immer weiter ausgeprägt. Demgemäß wird mit dem Begriff Ökologie heutzutage meistens die Entwicklung von sinnvollen Maßnahmen zur Erhaltung und zum Schutz unserer Umwelt und unserer Ressourcen verbunden. Der Begriff „ökologisch“ bedeutet dann „Umwelt und Ressourcen schonend, sich für den Schutz und die Erhaltung der Umwelt einsetzend“.
Der Baustoff Holz hat einen hohen ökologischen Wert, nicht nur deshalb, weil er aus einem nachwachsenden Rohstoff gewonnen wird. Die Gewinnung des Bauholzes ist außerdem umweltschonend, da sie weniger Energie verbraucht als die Gewinnung anderer Baustoffe und wesentlich weniger CO2 ausgestoßen wird. → nach oben
Klimaschutz
Wenn Sie sich für den Baustoff Holz entscheiden, entscheiden Sie sich nicht nur für gesundes und angenehmes Wohnen, sondern Sie leisten auch gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Als nachwachsender Rohstoff, der unserer Umwelt Kohlendioxid (CO2) entzieht und mit Hilfe der Photosynthese zu Sauerstoff umwandelt, trägt der Baustoff Holz dazu bei, die CO2-Konzentration in unserer Erdatmosphäre wesentlich zu reduzieren. Seit Beginn der Industrialisierung ist die CO2-Konzentration in unserer Erdatmosphäre sehr stark angestiegen. Dieser Anstieg geht einher mit einem gleichzeitigen Temperaturanstieg auf der ganzen Erde, da durch die Erhöhung der CO2-Konzentration das Gleichgewicht des natürlichen Treibhauseffekts in unserer Erdatmosphäre gestört wird. Außerdem wird bei der Verarbeitung des Rohstoffes Holz zum fertigen Baustoff weniger Energie verbraucht als bei der Verarbeitung von anderen Rohstoffen, dadurch wird gleichzeitig auch weniger CO2 freigesetzt. → nach oben
Elektrosmogabschirmung
Bei der Planung eines Hauses sollte man sich ebenfalls Gedanken machen über die verschiedenen Strahlungen, die sowohl im Inneren des Gebäudes als auch in der Umgebung durch elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder ausgehen. Da sich diese Strahlungen auf unser Wohlbefinden und auf unsere Gesundheit (v. a. bei kranken oder alten Menschen) auswirken können, werden sie in der Umgangssprache oft abwertend als Elektrosmog bezeichnet. Massivholz bietet Schutz vor Elektrosmog, da es ein schlechter Leiter für solche Strahlungen ist.
Im Inneren des Gebäudes werden durch die Elektroinstallation und die Haushaltsgeräte v. a. niederfrequente elektrische und magnetische Felder erzeugt. Hochfrequente elektromagnetische Strahlungen gehen z. B. von der Mikrowelle und von Radio, Funk und Fernsehen aus. Außerhalb des Gebäudes entstehen Strahlungen durch Hochspannungsleitungen, Stromleitungen und Mobilfunkmäste. Bei einem geplanten Neubau sollte man sich vor Baubeginn beraten lassen, wie man die Strahlenbelastung abschirmen oder verringern kann, um Elektrosmog vorzubeugen. → nach oben
Baurundholz
Baurundholz besteht aus entästeten, entrindeten oder rundgeschälten Baumstämmen oder Stammabschnitten. Rundholz dient als Rohstoff für die Holzwirtschaft und wird zu Schnittholz (z. B. Bauholz), Industrieholz oder Energieholz weiter verarbeitet. Beim Rundholz unterscheidet man zwischen
- Starkholz: Bäume mit einem Brusthöhendurchmesser von mindestens 50 cm. Das Starkholz wird bei einer entsprechenden Qualität in der Regel als Sägeholz (Schnittholz) gehandelt.
- Mittelholz: Bäume mit einem Brusthöhendurchmesser von 25 – 49,9 cm.
- Schwachholz: Bäume mit einem Brusthöhendurchmesser von 7 – 24,9 cm. Schwachholz wird in der Regel auf den Industrie- oder Energieholzmärkten angeboten.
→ nach oben
|
|